Sonntag, 20. Juli 2014

Sommer, Sonne, Ferien…


Ein lang gehegter Wunsch vieler Menschen in unserem Land ging in diesen Tagen in Erfüllung. Es ist Sommer, die Ferien haben begonnen und die Sonne strahlt vom Himmel. Temperaturen über die 30°C im Schatten lassen keine Wünsche offen. Oder doch? Wer kann, liegt am Strand oder am Badesee und lässt sich von der Sonne bescheinen. Das Wasser und kühle Getränke bieten immer wieder eine willkommene Erfrischung. 
Andere wiederum, fangen schon nach wenigen heißen Tagen an zu klagen: „Die Hitze ist nichts für mich, der Kreislauf macht fast schlapp, nachts kann ich kaum noch schlafen! Es ist viel zu heiß“. Wer draußen arbeiten muss, sieht das wohl genauso. Es ist viel zu heiß! Ähnlich geht es all jenen, die im kilometerlangen Stau stehen, bevor sie ihr Ziel erreichen. Oft sind es gerade die, die sich so sehr auf den Sommer,die Hitze und den Urlaub in den Bergen oder an der See gefreut haben.

Ich sitze im verdunkelten Zimmer bei angenehmen 25°C. Draußen auf dem Balkon sind es inzwischen fast 38°C. Die Straßen im Viertel sind überraschend leer und ruhig. Die Lieblingsplätze im Freien beleben sich erst wieder am späten Abend, wenn die Hitze etwas nachlässt. Die Menschen suchen den Schatten und die Kühle in den Häusern. Wer kann, bleibt drin und schaltet einen Gang herunter. Die Klimaanlagen laufen dafür auf Hochtouren oder versagen mal wieder ihren Dienst. Bei der Bahn kommt es dadurch wieder zu Verspätungen. Da fällt mir eine Frage aus der DDR-Zeit ein: „ Welches waren die vier schlimmsten Feinde der DDR? Antwort: Frühling, Sommer, Herbst und Winter!“ Auch wenn diese Zeiten vorbei sind, so bleiben doch die vier Jahreszeiten für jeden Menschen eine Herausforderung, der sich jeder anders stellen muss.

Was die einen heiß ersehen, ist für andere genau das Gegenteil. Zudem kann vieles, was zum Dauerzustand wird, zunehmend zur Belastung werden. Immer heiß, ist genauso schlimm, wie immer nass oder kalt. Menschliches Leben folgt da einem ganz bestimmten Rhythmus von Anspannung und Entspannung. Jede Einseitigkeit führt kurz über lang zu Fehlhaltungen an Seele und Leib. Alles hat eben seine Zeit. Das wussten schon die Alten. So wie das Jahr Frühling, Sommer, Herbst und Winter kennt, so gibt es für jeden Menschen Höhen und Tiefen, Freude und Trauer, Erfolg und Misslingen, Freude und Leid. Jeder aber muss selbst die Antworten auf diese Herausforderungen finden, die das Leben an ihn stellt.

Wer dabei bewusst auf sein Inneres hört, auf sein Herz, der wird die rechte Antwort sicher finden. Denn kein normaler Mensch wird bei 30°C im Sommer im Pelzmantel und bei -20°C im Winter in Badehosen durch die Straßen laufen. Ebenso wird jeder, der aufmerksam zuhört, auch die passende Antwort geben und danach handeln.

Die große Hitze hat auch etwas Gutes. Ich schalte einen oder zwei  Gänge herunter und lasse es gemächlich angehen. So finde ich Zeit zum Nachdenken und zum Schreiben.