Freitag, 28. März 2014


Wochenendeinkauf

Freitag, kurz nach Zwölf. Der Kühlschrank ist leer, der Parkplatz vor dem Supermarkt dafür übervoll. Die Idee zum Wochen-endeinkauf hatten scheinbar auch viele andere. Komisch, besonders viele Senioren sind unterwegs. Frage mich, was machen die während Woche? Warum tun sie sich diesen Stress an, ginge ja auch anders. Nun geht das Geschiebe los, der Supermarkt-Marathon beginnt.
Parkplatz suchen. Leergut abgeben. Glück gehabt, keine Warteschlange und alles Pfandflaschen im Korb. Weiter geht’s mit dem großen Einkaufswagen. Die Runde ist schon bekannt. Zuerst Obst und Gemüse, dann Konserven, Aufschnitt und Fleisch-waren, Milchprodukte usw. Doch das Ende ist noch lange nicht in Sicht. Überall Gedränge, alle wollen zugleich an die gleiche Tiefkühltruhe. So mancher läuft mit seinem Einkaufszettel orientierungslos durch die Gänge. Die meisten Kunden haben  eben nicht die Routine und ihnen fehlt einfach der Überblick. Also Wagen kehrt und zurück in den vorigen Gang. Nein, wieder falsch. Hier stand doch letztens noch der Senf. Dass die auch immer wieder umräumen müssen. Es könnte alles viel schneller gehen. Das Suchen geht weiter.

Ich schaue mir etwas belustig die anderen Mistreiter an. Die „Grauhaarigen“ treten meistens zu zweit auf. Er schiebt den Wagen oder steht gelangweilt daneben. Sie, mit umgehängter Tasche, wuselt durch die Regalreihen und taucht dann wieder mit einigen Packungen Aufbackbrötchen oder anderen Dingen im Arm am Einkaufswagen auf, der sich inzwischen schon gut gefüllt hat. Ein kurzer Blick auf den Einkaufszettel. Wortfetzen kommen an meine Ohren: „Vati, geh doch schon mal zum Käsestand, hol etwas Schnittkäse. Muss ich denn immer alles allein machen. Ich warte dann am Kosmetikregal, sonst suchst Du mich wieder stundenlang.“ Er schlurft lustlos los. Seine gemurmelten Worte kann ich nicht verstehen. Vielleicht auch besser so.

Auch unser Wagen ist nun bis zum Rand gefüllt. Da entdecke ich einen  Herrn mit Schlips und Kragen, der gerade über sein Smartphone letzte Anweisungen am Regal mit den unterschiedlichsten Sorten Tee bekommt. Man merkt, das ist nicht sein Terrain. Auch die junge Frau vor dem Stand von Tchibo ist wohl unsicher und googelt mal schnell die Preise der Angebote. Dann schiebt sich alles zu den Kassen. Wo stehen die wenigsten Kunden? Schnell noch eine Packung Eis auf das Band gestellt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und das nach diesem Stress.

Zu Hause alles ins Haus geschleppt, der Kühlschrank ist wieder gefüllt. Die Tür lässt sich kaum noch schließen. Ach, was haben wir es doch gut in Deutschland. Ein Grund mehr, mal wieder Danke zu sagen!