Samstag, 14. Dezember 2013

Dritter Advent – wie viel Weihnachten vertragen wir eigentlich?


Glückwunsch, nun haben Sie es fast geschafft! Bald können Sie auch wieder den ganzen "Weihnachtsrummel" abhaken. Wie viel „Weihnachten“ verträgt eigentlich ein halbwegs normaler Mensch? Ehrlich, können Sie noch die Weihnachtsmusik hören, die Ihnen allerorts aus den Lautsprechern im Kaufhaus und anderswo entgegen plärrt? Ganz zu schweigen von den Unmengen Honigkuchen, Plätzchen, Dominosteinen und Weihnachtsstollen, die unsere tägliche Nahrung in den letzen Wochen geworden sind. Zucken Sie auch schon zusammen, wenn Sie am Abend durch die Straßen gehen und Sie ein grellbunt beleuchtetes Rentier aus dem Vorgarten förmlich anspringt? Darüber blinkt und flackert dazu noch ein bizarres Farbenspiel in den Fenstern. Selbst von Glühwein, Met und Bratwurst habe ich jedenfalls erstmal genug. Jetzt reicht es wirklich, weg mit der kitschigen Weihnachtsdekoration! 
Wen wundert das auch, wenn die ersten Weihnachtmänner schon im September aus den Regalen der Supermärkte lugen und uns seit Wochen verfolgen,  und die „Weihnachtsmärkte“ weit vor der Adventszeit beginnen. Da ist zum eigentlichen Weihnachtsfest am 25. Dezember natürlich die Luft raus. Darauf reagieren schon die ersten Geschäfte und stellen auf Silvester mit Böllern, Krachern und Raketen um. Auch die Faschingszeit ist dann nicht mehr allzu weit. In den Winterferien fährt "man" erstmal in den sonnigen Süden. Das Schmuddelwetter und die hässliche Kälte in unseren Breiten hält ja keiner aus. "Ach, essen Sie auch so gerne Erdbeeren?  Toll, die gibt es gerade im Angebot im Supermarkt. Die kommen ganz frisch aus Israel. Wie die das nur so hinkriegen?" Immer der Zeit ein Stück voraus! Dazu passt es dann auch, wenn Sie gleich die Frühjahrs- und Sommerkataloge mit der neusten Bademode durchblättern. Wintersachen sind eh längst aus, oder nur noch im Winterschlussverkauf zu haben.  Im Januar müssen auch noch die Geschenke umgetauscht werden! Von Ruhe und Besinnung, die sich komischer Weise so viele wünschen, bleibt da nicht viel übrig.
Wer kann mir eigentlich sagen, warum sich die Leute das alles zumuten? Darum frage ich Sie ganz direkt: "Freuen Sie sich wirklich noch auf Weihnachten? Haben die Adventszeit und das Weihnachtsfest für Sie noch etwas mit Erwartung und Freude zu tun?" 
Das wird in der heutigen Zeit, in der „alles, was Herz und Magen begehren“, immer und überall zu haben ist, zunehmend schwerer. Was sollen denn die Menschen eigentlich noch erwarten? Sie haben doch alles, oder nicht? 
Ursprünglich richtete sich die Erwartung zu Weihnachten auf das Kind in der Krippe. Das war das größte Geschenk an alle Menschen. Davon ist aber heute nicht mehr viel übrig geblieben. Vielleicht kommt deshalb auch keine echte Freude mehr auf. Das Fest ist vielen eher eine Last als eine Lust. Die besinnliche Adventszeit vor dem Weihnachtsfest wurde längst auf dem Altar des Konsums geopfert. Was bleibt dann noch, wenn die Geschäfte und Weihnachtsmärkte geschlossen sind?
Da bleibt nicht nur das Weihnachtsfest auf der Strecke, sondern auch jeder, der dieses "verrückte Spiel" mitmacht. Aber wer zwingt Sie denn dazu? Früher galt es, die Feste so zu feiern, wie sie fallen und nicht schon Wochen vorher, wie wir es gerade erleben oder auch erleiden müssen.

Vielleicht helfen Ihnen diese Gedanken ein wenig, wenn  das nächste Fest bevorsteht und Ihnen schon sehr bald die ersten Osterhasen in den Geschäften  entgegen schmunzeln.