Donnerstag, 12. Dezember 2013

Freitag der 13.


„Und nun brauchen wir noch einen neuen Termin!“ Die Mitarbeiter  schlagen schnell die Kalender auf. Ein erster Terminvorschlag: Wie wäre es mit dem 13. Dezember? Aber das ist  doch ein Freitag und außerdem noch der 13. Da haben plötzlich einige Mitarbeiter ein ganz komisches Gefühl im Bauch. Das geht gar nicht! Also muss schnell ein anderer Termin gefunden werden. 
Gibt es das denn noch? Ja, und nicht zu knapp.

Im 21. Jahrhundert, im Zeitalter der Wissenschaft und Technik, ist vielen scheinbar die Zahl immer noch 13 suspekt. Hartnäckig hält sich der alte Aberglaube, dass Freitag der 13. ein Unglückstag ist. An einem solchen Tag trifft man doch keine wichtigen Entscheidungen. Die Zahl 13 erschreckt immer noch eine ganze Reihe von Zeitgenossen. Man kann ja nie wissen?In einigen Hotels gibt es wohl deshalb auch keine Zimmernummer 13. 

Ist das nicht grotesk, ein Rückfall in Verhaltensmuster längst vergangener Tage? Einerseits sind wir heute stolz und selbstbewusst, in einer so aufgeklärten und fortschrittlichen Zeit zu leben, andererseits gibt es eine zunehmende Tendenz, sich esoterischen und okkulten Praktiken zuzuwenden. Der Aberglaube boomt in unserem Land. Es verbreiten sich wieder Heils- und Unheilslehren, die man längst überwunden meinte. Zauberei und Hexenkulte stehen hoch im Kurs. Allein in Deutschland soll es rund 6000 Astrologen geben und tausende selbsternannte Hexen. Immer mehr junge und gut gebildete Menschen glauben wieder an Götter, Geister, Dämonen und andere obskure Mächte. Je schreiender und perverser etwas daher kommt, desto unkritischer wird es aufgenommen und bestimmt dann das Leben und Handeln vieler, ansonsten recht kritischer Leute.
Ein und Dieselben machen sich über Gott, die Kirche und den Glauben der Christen lustig und erschrecken selbst zu Tode über eine schwarze Katze, die ihren Weg kreuzt. Freitag den 13. möchten sie am liebsten aus dem Kalender streichen oder sich einfach die Decke über den Kopf ziehen und den ganzen Tag im Bett bleiben.  

Bedeutet das nicht, dort, wo der Glaube an einen persönlichen Gott abgelehnt und belächelt wird, dort bestimmt nicht allein der Unglaube das Leben der Menschen, sondern dort feiert der finsterste Aberglaube seine größten Erfolge. Wo es  keinen Glauben und keine Gottesfurcht mehr gibt, dort beherrscht  eine  große „Heidenangst“ die Menschen. 

Sagt das nicht mehr als genug aus? Wer  meint, nicht an einen Gott glauben zu müssen, der muss dafür an alles Mögliche und Unmögliche glauben!