Mittwoch, 29. Januar 2014


Rücksicht & Vorsicht


Zuerst der Blick in den Rückspiegel, dann den Blinker setzen und los geht die Fahrt. Das haben alle Führerscheininhaber  in der Fahrschule gelernt. Das steht such schon in in § 1 der Straßenverkehrsordnung. Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert von allen ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme.
Wie es damit im Alltag aussieht, das kennt jeder selbst zur Genüge. Es wird gedrängelt, gerempelt, gerast und geschimpft. Rücksicht und Rücksichtnahme werden eher kleingeschrieben. Zwar möchte jeder mit seinen eigenen Interessen und Belangen immer und überall sofort berücksichtigt werden, aber er selbst ist dazu oft nicht bereit. Manche scheinen es da besonders schwer zu haben, diese Sozialkompetenz zu entwickel.  Sie haben es auch niemals gelernt. Immer und überall drehte sich alles nur um sie. Alle Wünsche wurden ihnen ganz selbstverständlich erfüllt.
Wie anstrengend das sein kann, wenn ein Kind nicht gleich seinen Willen bekommt, kann man häufig im Supermarkt vor dem Regal mit den Süßigkeiten gut  beobachten. Oft sind die Eltern total überfordert und geben dem Drängen der Kinder entnervt nach. Klare „Ansage“, Fehlanzeige. Wer am lautesten schreit, setzt sich eben durch. Keine Rücksicht auf Verluste. Diese Fehlentwicklung bleibt aber nicht ohne negative Folgen für andere Menschen, die später darunter zu leiden haben.
Rücksichtslose Menschen schauen nicht in den Rückspiegel, um die anderen zu sehen und auf sie zu achten. Nein, sie haben ihre „Spiegel“ so eingestellt, dass sie sich nur selbst darin sehen. Damit geraten alle anderen aus ihrem Blickfeld. Das führt nicht nur zu Unfällen im Straßenverkehr, sondern zu manchen menschlichen Fehlverhalten.
Auch die mangelnde Vorsicht im Alltag verursacht häufig  Probleme im Miteinander. Damit meine ich nicht eine Form von Ängstlichkeit, die sogar mehr behindert und dadurch andere gefährdet. Gemeint ist die Vorsicht im Sinne von Voraussicht. Das bedeutet, mit möglichst großer Weitsicht die eventuellen Folgen abzuschätzen, die eine anstehende Entscheidung nach sich ziehen kann. Darum stellt sich die Frage, was kann geschehen, wenn ich dieses oder jenes tute oder lasse? Welche Veränderungen treten dabei an anderer Stelle auf? Die Vorsicht ist also eine Sichtweise, die nicht nur sich selber sieht, sondern auch andere Menschen im Blick hat. Es gilt dabei immer, was mir gut tut, dass darf nicht gleichzeitig anderen schaden. Keiner darf dadurch ein Nachsehen haben.
Vorsicht und Rücksicht sind also zwei ganz wichtige Sichtweisen und gleichzeitig zwei Handlungsanweisungen, nicht nur für den Straßenverkehr, sondern für jedes gelingende Zusammenleben von Menschen. Damit jeder gut und sicher ankommt.