Samstag, 30. November 2013

Freude im Advent


Ungefähr 800 Jahre vor Christi Geburt, in einer Zeit des wirtschaftlichen und politischen Niedergangs, rief der Prophet Jesaja seinen Landsleuten in Juda und Jerusalem zu: „Freut Euch!“ Selbst die Natur, die dürre Steppe und die Wüste sollten sich freuen, aufblühen und jubeln, so heißt es dort. Seither ist dies der Aufruf im Advent für alle Zeiten und an alle Menschen geworden. Gerade wenn sittlicher und sozialer Abbau bestimmend werden, wenn die Menschen oft nur noch Schwarz sehen, wenn die Freude schwindet und Tristes den Alltag bestimmt, dann kann dieser Ruf Mut machen und uns aufwecken. Die Botschaft ist einfach, keiner muss länger im Dunkeln sitzen und jammern, denn es gibt immer und überall Gründe zur Freude. Daran will uns der Advent erinnern. Jesaja hat es geschafft, den Menschen seiner Zeit diese Hoffnung wiederzugeben. Als Prophet war er kein „Hellseher“, aber auch kein „Schwarzseher“. Er war ein Mensch mit einer Vision. Die Zeichen seiner Zeit hat er den Menschen gedeutet und ihnen neuen Mut gemacht. Solche Menschen wie Jesaja wären heute wichtig. Unsere Zeit braucht wieder Persönlichkeiten und Medien, die nicht schwarz malen  und Schreckensszenarien entwerfen, sondern die das Positive verstärken und Mut machen. Manches ist  in unserem Land in den zwischenmenschlichen Beziehungen ausgetrocknet und verkümmert. Wir wissen es alle, der Umgangston ist  rauer geworden, die Menschen sind gestresst und überfordert.  Es wird aber für keinen besser, wenn wir uns durch rüdes Verhalten das Leben gegenseitig noch schwerer machen.
Wo nehmen wir nun die Kraft und die Freude her? Wer hilft uns, die Freude neu zu entdecken? „Freut Euch“, das klingt gut, doch wie soll das gehen? Ganz einfach: fangt klein an! Es sind doch nur die kleinen Dinge, die wir tun können. Die ersten Schritte, die wir gehen müssen. Der Advent ist dafür eine gute Gelegenheit. Zuerst müssen wir umdenken, denn jede Veränderung beginnt im Kopf und im Herzen. Hier stellt sich die Frage, welche Sichtweise wir auf die Dinge haben. Ist für mich das Glas halb leer oder halb voll? Mit einem positiven Blick auf das Leben kann ich mich schon über kleine Dinge freuen und Freude schenken. Wer optimistisch denkt und fühlt, lebt gesünder und länger, denn eine medizinische Diagnose lautet: „Pessimismus hat einen nachteiligen Einfluss auf den Blutdruck und den Verdauungsapparat“.
Wenn das kein zusätzlicher Grund ist, hoffnungsvoll und froh zu sein. Warum noch länger freudlos und unzufrieden in der „Dunkelkammer“ unseres Alltags sitzen und ein „Negativ“ nach dem anderen entwickeln? (Für jüngere Leser: Das ist ein Vergleich aus der Fotografie, als die Filme noch entwickelt werden mussten)  Gehen wir also aus uns heraus und auf  andere zu! Die Tage im Advent sind dazu reich an Gelegenheiten, einander zu überraschen und froher zu machen. Genießen wir den duftenden Glühwein und laden einen Freund dazu ein. Kleine Pausen im Alltag so sind wichtig, sie geben neuen Schwung. Die Freude wird uns geschenkt und wenn wir sie mit anderen teilen, wird sie nicht weniger, sondern mehr!
Freude und Lachen sind gesund und kosten kein Geld. Denken wir daran, jeder Tag, an dem wir nicht gelacht haben, ist ein verlorener Tag. Darum: „Freut Euch!“

Ihnen und Euch allen wünsche ich eine gesegnete Adventszeit und weiterhin Freude beim Lesen meines Blog´s! Danke auch für so manche Rückmeldung und Ermutigung!  D. Letzner